Europa beginnt im Kiez
Ich kenne das Gefühl, auf Europa zu schauen – mit Hoffnung, aber aus der Distanz. Als Osteuropäerin habe ich erlebt, was es heißt, wenn das europäische Versprechen von Freiheit, Frieden und Wohlstand lange außer Reichweite scheint – und wie viel es bedeutet, wenn es endlich greifbar wird.
Gerade deshalb bewegt es mich, dass heute viele Menschen hier in Berlin und in Ostdeutschland erneut eine Distanz zu Europa empfinden – das Gefühl, nicht wirklich am europäischen Versprechen teilzuhaben.
Gleichzeitig führen uns die täglichen Nachrichten vor Augen: Freiheit, Frieden und Wohlstand sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie brauchen ein starkes, geeintes Europa.
Gerade deshalb darf Europa kein Privileg für wenige sein. Jede*r junge Mensch sollte die Chance haben, Europa zu erleben und die Zukunft unseres Kontinents aktiv mitzugestalten. In einer Zeit, in der der europäische Zusammenhalt unter Druck steht, brauchen wir eine Generation, die Europa nicht nur kennt, sondern es selbstbewusst weiterentwickelt.
Berlin zeigt jeden Tag, was Europa bedeuten kann: Vielfalt, Austausch, Partnerschaft. Unsere Stadt ist europäisch im besten Sinne. Doch politisch wirkt Europa oft fern und abstrakt. Das möchte ich ändern. Europa muss hier in Berlin greifbarer, zugänglicher und gestaltbarer werden.
Was ich fordere
- Berlin als europäische Brücke stärken - Unsere Stadt kann Drehscheibe zwischen West- und Osteuropa sein: wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich. Diese Rolle müssen wir aktiv gestalten.
- Europa von Anfang an vermitteln - Mehr Europa-Bildung in Schulen: damit europäische Identität, Austausch und demokratische Werte selbstverständlich werden.
- Demokratie öffnen – Wahlrecht auf Landesebene für alle EU-Bürger*innen mit Lebensmittelpunkt in Berlin. Wer hier lebt, soll hier mitentscheiden können.